
Brainstorming
Brainstorming ist eine Methode zur Ideenfindung. Während des Brainstormings geben die Teilnehmenden einer Gruppe eine Zeit lang spontan ihre Ideen, z.B. zur Lösung eines konkreten Problems ab. Durch den öffentlichen Gedankenaustausch in der Gruppe entstehen zahlreiche neue Ideenkombinationen. Im Anschluss folgt in der Regel eine Diskussion, bei der gute Ideen von den unrealistischen getrennt und Letztere verworfen werden.
Mehrwerte
- In kurzer Zeit innovative Ideen und ausgefallene Problemlösungen finden
- Studierende lernen auf Knopfdruck kreativ zu sein und lösungsfokussiert zu arbeiten.
- Den meisten Studierenden ist das Brainstorming als gängige Lern- und Denkpraxis bekannt.
Auf einen Blick
- Methode für die Einstiegsphase und für die aktive Lernphase
- Gruppengröße: 10-50 Teilnehmende
- Vorbereitungszeit: individuell, je nach Komplexität der Problemstellung
- Durchführungszeit: individuell, je nach Komplexität der Aufgabe (30-90 Minuten)
Vorgehen



Tipps zur Umsetzung
- Organisation: Die Studierenden werden in Kleingruppen eingeteilt (bewährt haben sich fünf bis acht Personen). Die Lehrperson bereitet Anschauungsmaterial vor und führt die Gruppe(n) in das Problem ein, das dabei analysiert und präzisiert wird. Dabei sollte die Frage- bzw. Aufgabenstellung weder zu breit und allgemein gehalten werden („Wie können wir die Welt retten?“) noch zu kleinteilig bzw. spezifisch sein („Welches Klebeverfahren wird benötigt, um Bauteil A an B zu befestigen?“). Protokollant*innen können ernannt werden. Die Gruppe sollte in eine möglichst produktive und erfindungsreiche Stimmung versetzt werden.
- Varianten: Brainwriting: Anstelle des Verbalisierens von Ideen erfolgt hier eine schriftliche Ideensammlung. Diese Variante ist besonders gut geeignet für stillere und zurückhaltende Teilnehmende oder Gruppen.
- Brainwriting im Team: In Vierer-Gruppen versammeln sich die Teilnehmenden um ein großes Blatt Papier. Das Blatt ist in vier gleichgroße sowie einem mittigen kleinen Kästchen aufgeteilt. In Phase 1 arbeiten alle Teilnehmenden in einem der äußeren gleichgroßen Kästchen und sammeln ihre Ideen zur Problemlösung. In Phase 2 wird das Blatt einen Kasten weitergedreht. Die Teilnehmenden lesen sich nun das Geschriebene der vorherigen Person durch, um durch schriftliche Kommentare die Idee der vorherigen Person zu erweitern. Dieser Vorgang wiederholt sich, bis alle Personen wieder bei ihrem ersten Kästchen angelangt sind. In Phase 3 lesen sich alle Teilnehmenden ihr Kästchen durch, umkreisen unter der Berücksichtigung der Kommentare der anderen den Vorschlag, den sie am vielversprechendsten halten und gehen mit diesem in die mündliche Diskussion. Es stehen in Phase 3 somit vier mögliche Lösungen zur Auswahl. Es wird sich auf eine geeinigt. Eine teilnehmende Person schreibt das Ergebnis der Diskussion in die Mitte. Mit diesem Ergebnis können die Teilnehmenden sich in den weiteren Seminarzusammenhang einbringen. Diese Variante kann mittels Videokonferenz- und Board-Tool ebenfalls digital umgesetzt werden.
- Brainwalking: Die Ideensammlung erfolgt hier in Bewegung und auf im Raum verteilten Plakaten mit unterschiedlichen Fragestellungen. Diese Variante ist gut geeignet für größere Gruppen und erfahrene Teilnehmende.
Einsatzszenarien
- Studierende aktivieren
- Prozessbezogene Kompetenzen und Kommunikationsfähigkeit fördern
- Kollaborativ Ideen- und Problemlösungen erarbeiten
Material & Digitale Tools
- Problemstellung auf Flipchart, Folie oder Handout
- Visualisierungsmaterialen für die kollaborative Arbeitsphase und die Sicherung
- Seminarraum mit beweglichen Stühlen; idealerweise Gruppen- oder Stehtische
- Videokonferenzsysteme wie BigBlueButton, Webex
- Board-Tools wie Collaboard
- Lernmanagementsysteme wie Stud.IP
Vertiefende Literatur
Lewrick, M., Link, P. & Leifer, L. (2017): Das Design Thinking Playbook. Mit traditionellen, aktuellen und zukünftigen Erfolgsfaktoren. München: Vahlen.

Pexels: https://www.pexels.com/de-de/foto/foto-der-person-mit-laptop-3183145/
Alle eingebauten Grafiken: Team Lehre und Medienbildung/TU Braunschweig